Während ihres Aufenthalts erlebten Milla und Lia viele besondere Momente. Ein grosses Highlight war das Wochenende auf einem Kreuzfahrtschiff in der Ha Long Bay. Ebenso eindrücklich waren die Einblicke in den Operationssaal, wo sie verschiedene chirurgische Eingriffe direkt mitverfolgen konnten. Diese Erfahrungen ermöglichten ihnen einen unmittelbaren Einblick in die praktische Medizin vor Ort.
Neben diesen spannenden Eindrücken gab es auch Herausforderungen. Besonders im Spital stellte die Sprachbarriere eine grosse Hürde dar. Die Verständigung mit Pflegefachpersonen war nicht immer einfach, da viele Mitarbeitende kaum Englisch sprachen. Gleichzeitig wurden auch die kulturellen Unterschiede zwischen der Schweiz und Vietnam im Alltag deutlich spürbar — sei es im Strassenverkehr, beim Essen oder in den Begrüssungsformen.
Auch im Spitalbetrieb zeigten sich markante Unterschiede zur Schweiz. Das Pflegepersonal ist dort vor allem für medizinische Tätigkeiten zuständig, während Angehörige viele Aufgaben übernehmen, etwa das Waschen, Ankleiden oder die Verpflegung der Patientinnen und Patienten. Zudem war das Krankenhaus häufig stark überfüllt. Diese Bedingungen machten sichtbar, unter welchen personellen, finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen vor Ort gearbeitet wird.
Trotz aller Herausforderungen ziehen Milla und Lia ein sehr positives Fazit. Der Aufenthalt in Vietnam ermöglichte ihnen zahlreiche neue Eindrücke und wertvolle Erfahrungen — sowohl fachlich als auch kulturell. Die zwei Wochen haben ihren Blick auf das Gesundheitswesen und auf unterschiedliche Lebensrealitäten nachhaltig erweitert.
Solche Mobilitätsprojekte sind eine wertvolle Bereicherung für die Ausbildung. Sie fördern nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch Offenheit, Selbstständigkeit und interkulturelles Verständnis, wichtige Fähigkeiten für die berufliche und persönliche Entwicklung.